28 Jahre lang stand Bürgermeister Franz Platzer an der Spitze unserer Marktgemeinde – eine außergewöhnlich lange Zeit, geprägt von Verantwortung, Menschlichkeit und unermüdlichem Einsatz für Heiligenkreuz am Waasen.
Mit dieser Sonderausgabe möchten wir einem Menschen unseren aufrichtigen Dank aussprechen, der unsere Heimat über nahezu drei Jahrzehnte mit Umsicht, Weitblick und großer persönlicher Hingabe geprägt hat. Unter seiner Führung wurden zahlreiche Projekte verwirklicht, entscheidende Weichen für die Zukunft gestellt und unzählige Anliegen der Bürgerinnen und Bürger mit großem Engagement begleitet.
Sein politischer Weg begann früh: Von 1990 bis 2022 war Franz Platzer Ortsparteiobmann der Steirischen Volkspartei. Im Jahr 1995 wurde er zum Vizebürgermeister gewählt, ehe ihm die Bevölkerung 1997 das Vertrauen als Bürgermeister schenkte – ein Amt, das er mit großem Verantwortungsbewusstsein bis 2025 ausübte.
Franz Platzer war weit mehr als Bürgermeister. Er war Ansprechpartner, Zuhörer, Vermittler und Gestalter zugleich. Seine Handschlagqualität, seine Bodenständigkeit und sein offenes Ohr machten ihn zu einer Persönlichkeit, die weit über die Gemeindegrenzen hinaus geschätzt und respektiert wurde.
Auch auf Bezirksebene übernahm er zahlreiche verantwortungsvolle Funktionen. So war er von 2010 bis 2021 Obmann des Sozialhilfeverbandes Leibnitz. Darüber hinaus leitete er als Obmann den Abwasserverband Oberes Stiefingtal sowie den Standesamts- und Staatsbürgerschaftsverband Heiligenkreuz am Waasen und engagierte sich in zahlreichen weiteren regionalen Gremien und Verbänden.
Vieles, was heute in unserer Marktgemeinde selbstverständlich erscheint, trägt seine Handschrift. Der Ausbau der Infrastruktur, die Förderung von Bildung und Vereinen sowie die Stärkung des gesellschaftlichen Zusammenhalts waren ihm stets ein persönliches Anliegen. Im Mittelpunkt standen für ihn niemals Schlagzeilen oder persönliche Erfolge, sondern ausschließlich das Wohl der Menschen.
Besonders stolz war Franz Platzer auf die große Vielfalt an Vereinen und Institutionen in der Marktgemeinde. Mit großem Interesse besuchte er Jahr für Jahr unzählige Jahreshauptversammlungen, Feste und Veranstaltungen. Seine Anwesenheit war Ausdruck echter Wertschätzung gegenüber den vielen Ehrenamtlichen, die das gesellschaftliche Leben unserer Gemeinde tragen.
Im Zuge der steirischen Gemeindestrukturreform wurde Franz Platzer vom Land Steiermark zum Regierungskommissär bestellt. In dieser Funktion führte er vom 1. Jänner bis April 2015 als einziges Organ die Geschäfte der neu entstandenen Marktgemeinde und trug in einer besonders herausfordernden Zeit die volle Verantwortung für sämtliche Aufgaben der Gemeindeverwaltung.
Während seiner Amtszeit leitete Franz Platzer insgesamt 488 Sitzungen des Gemeindevorstandes sowie 203 Gemeinderatssitzungen. In diesen wurden zahlreiche richtungsweisende Entscheidungen getroffen, die bis heute die positive Entwicklung unserer Marktgemeinde prägen. Sein Weitblick, seine Zielstrebigkeit und sein Verhandlungsgeschick zeichneten ihn aus. Selbst in schwierigen Gesprächen vertrat er die Interessen der Gemeinde konsequent und beharrlich – stets mit dem Ziel, tragfähige Lösungen für die Bevölkerung zu erreichen.
Dabei scheute er sich auch nicht, klare Worte zu finden. Wo Gesetze einzuhalten waren – sei es im Bauwesen, in der Raumordnung oder in anderen Verwaltungsangelegenheiten –, vertrat er seine Überzeugungen konsequent und mit großer fachlicher Kompetenz.
Ein besonderer Schwerpunkt seiner Tätigkeit lag in der Raumplanung. Während seiner Amtszeit wurden drei Revisionen des Flächenwidmungsplanes erfolgreich abgeschlossen:
- Revision 4.00 (Rechtskraft 01. Juni 2002)
- Revision 5.00 (Rechtskraft 10. Juli 2013)
- Revision 1.00 der fusionierten Marktgemeinde (Rechtskraft 27. Juli 2023)
Darüber hinaus wurden zahlreiche vereinfachte Änderungsverfahren durchgeführt, die ein hohes Maß an Fachwissen, Sorgfalt und Einsatzbereitschaft erforderten.
Ebenso wichtig war Franz Platzer ein moderner und leistungsfähiger Bauhof. Während seiner Amtszeit wurden zahlreiche Fahrzeuge und Maschinen angeschafft, darunter unter anderem ein Steyr 4110 Kommunaltraktor, ein Mercedes-Benz Unimog U20, ein John Deere Klein-Kombi-Traktor, ein Holder C250, ein Stapler, ein Ford Transit Pritsche, ein Fiat Doblò, ein MF 860 Bagger sowie ein Terex TW850 Radbagger. Diese Investitionen ermöglichten eine effiziente und zukunftsorientierte Erfüllung der vielfältigen Aufgaben des Bauhofes.
Ein besonderes Herzensanliegen war ihm stets das Schulzentrum Heiligenkreuz am Waasen. Mit der Volks- und Mittelschule verfügt die Marktgemeinde über das zweitgrößte Schulzentrum des Bezirkes Leibnitz mit derzeit rund 414 Schülerinnen und Schülern. Umfangreiche Sanierungen, laufende Instandhaltungen, Erweiterungsbauten sowie die Einführung der Ganztagesschule untermauern seinen hohen Stellenwert, den Bildung während seiner gesamten Amtszeit einnahm.
Zahlreiche zukunftsweisende Projekte wurden unter seiner Führung umgesetzt. Hervorzuheben sind insbesondere der Ausbau der Verbandskläranlage auf 7.000 Einwohnergleichwerte, die Neugestaltung des Marktplatzes mit der Ortsdurchfahrt sowie umfangreiche Straßensanierungen, die Jahr für Jahr konsequent umgesetzt wurden und die Infrastruktur nachhaltig verbesserten.
Mit großem Weitblick und persönlichem Engagement setzte sich Altbürgermeister Platzer für die Grundzusammenlegung in Felgitsch ein. Das zur Jahrtausendwende begonnene und über mehrere Jahre umgesetzte Projekt schuf aus den zersplitterten land- und forstwirtschaftlichen Grundstücken größere, besser bewirtschaftbare Flächen.
Sein Einsatz trug wesentlich zum erfolgreichen Abschluss dieses zukunftsweisenden Vorhabens bei und legte eine wichtige Grundlage für die nachhaltige Entwicklung der Land- und Forstwirtschaft in Felgitsch.
Auch die Sicherheit der Bevölkerung hatte für Franz Platzer oberste Priorität. Mit der Errichtung der Rot-Kreuz-Dienststelle bewies er Weitblick und Verantwortungsbewusstsein. Gleichzeitig investierte die Marktgemeinde laufend in die Ausstattung und Infrastruktur der Feuerwehren.
Im Jahr 2003 erfolgte der Rüsthausneubau der FF Großfelgitsch und im Jahr 2019 der Zubau bzw. Modernisierung beim Feuerwehrhaus der FF Heiligenkreuz a.W.
Zu den letzten großen gemeinsamen Projekten zählte die Anschaffung von drei Mannschaftstransportfahrzeugen für die Feuerwehren Großfelgitsch, Heiligenkreuz am Waasen und St. Ulrich am Waasen. Ebenso wurden Hilfeleistungsfahrzeuge für die Feuerwehren Großfelgitsch und Heiligenkreuz sowie ein Mehrzweckfahrzeug für die Freiwillige Feuerwehr St. Ulrich angeschafft – Investitionen, die wesentlich zur Sicherheit der Bevölkerung beitragen.
Auch Sport und Bewegung lagen ihm besonders am Herzen. Mit großer Begeisterung unterstützte er den Ausbau der Sportanlagen mit einem neuen Hauptspielfeld, Trainingsplätzen, einer Tribüne und einem Beachvolleyballplatz. Es folgten die Errichtung einer Flutlichtanlage sowie die Planung eines modernen Vereinssporthauses.
Auch die Pflege von Brauchtum und Tradition lag Franz Platzer besonders am Herzen. Die Marktmusik Heiligenkreuz am Waasen konnte stets auf seine Unterstützung zählen, insbesondere bei der Anschaffung der neuen Uniform 2015. Als Freund und Förderer des Heiligenkreuzer Treffens setzte er sich für ein gelebtes Miteinander ein.
Für Platzer war es stets ein Anliegen, das kulturelle Leben in der Marktgemeinde zu fördern und so organisierte das Kulturreferat Heiligenkreuz/W. zahlreiche Kulturveranstaltungen. Dazu zählten unter anderem der Blochzug anlässlich dem 750-Jahr Jubiläum von Heiligenkreuz/W., Kabarettabende mit zB Gernot Kulis, Paul Pizzera, Ermi-Oma, sowie die Heiligenkreuzer Kulturtage mit einheimischen Künstlern.
Ebenso trieb er die Planung des Kultur- und Pfarrzentrums (KPZ) konsequent voran. Dafür wurden Flächenwidmungen geändert, Planungsaufträge vergeben und die Zusammenarbeit zwischen Gemeinde und Pfarre organisiert.
Ein weiterer Schwerpunkt seiner Arbeit war die Stärkung der regionalen Wirtschaft. Bei den Markttagen erhielten heimische Betriebe eine wertvolle Plattform zur Präsentation ihrer Produkte und Dienstleistungen. Mit der Einführung des regionalen Gutscheins „Stiefingtaler“ sowie der Auszahlung sämtlicher Gemeindeförderungen über dieses System setzte Franz Platzer ein starkes Zeichen für die Kaufkraftbindung in der Region und die Unterstützung der heimischen Wirtschaft.
Ein Mittelpunkt seiner Arbeit war die Bearbeitung von Anliegen aus der Bevölkerung. So wurden zahlreiche Hinweise zu Verkehrssicherheit, Straßenbeleuchtung, Gehsteigen, Beschilderungen, Grünraumpflege und kleineren Infrastrukturmängeln behandelt. Bürgermeister Platzer nahm diese Anliegen auf, erklärte den Sachstand und sagte Abklärungen oder weitere Maßnahmen zu. Dadurch entstand ein kontinuierlicher Austausch zwischen Gemeinderat, Verwaltung und Bevölkerung.
Bürgermeister Platzer legte großen Wert auf eine solide Finanzverwaltung. Aufgrund sinkender Ertragsanteile des Bundes und steigender Sozialausgaben kündigte er Einsparungsmaßnahmen an und informierte den Gemeinderat offen über die schwierige finanzielle Situation. Gleichzeitig erläuterte er regelmäßig den Rechnungsabschluss sowie die Ursachen für Budgetabweichungen und bemühte sich, Fördermittel von Bund und Land bestmöglich zu nutzen.
Durch seinen sachlichen und kooperativen Führungsstil erläuterte er Projekte ausführlich, beantwortete Fragen der Gemeinderäte und brachte Beschlüsse regelmäßig einstimmig oder mit breiter Mehrheit zur Abstimmung. Die Zusammenarbeit mit Fachabteilungen des Landes, Planungsbüros, Vereinen, Feuerwehren, der Pfarre und Nachbargemeinden spielte dabei eine wichtige Rolle. Zahlreiche Projekte konnten so durch Förderungen und Kooperationen wirtschaftlich umgesetzt werden.
Bürgermeister Platzer konnte in seiner Amtszeit die Gemeinde sowohl organisatorisch als auch baulich weiterentwickeln. Seine Amtsführung war geprägt von langfristigen Infrastrukturprojekten, einem verantwortungsvollen Umgang mit den Gemeindefinanzen, intensiver Zusammenarbeit mit öffentlichen Institutionen sowie einer regelmäßigen Information des Gemeinderates über laufende Entwicklungen. Trotz finanzieller Herausforderungen wurden zahlreiche Projekte vorbereitet und umgesetzt, die auf eine nachhaltige Entwicklung der Marktgemeinde Heiligenkreuz am Waasen ausgerichtet waren.
Neben seiner Tätigkeit als Bürgermeister blieb Franz Platzer seiner Gemeinde auch als Bediensteter eng verbunden. Bereits 1977 begann er seine Lehre bei der Marktgemeinde und war während seiner gesamten beruflichen Laufbahn im Gemeindedienst tätig. Besonders hervorzuheben ist seine Tätigkeit als Standesbeamter, die er über 37 Jahre mit großer Sorgfalt und Menschlichkeit ausübte. Für seine besonderen Verdienste wurde ihm vom Fachverband das Ehrenzeichen in Gold verliehen.
Sein persönlicher Lebensgrundsatz lässt sich wohl am besten mit den Worten der steirischen Band STS beschreiben:
„Z’erst überleg’n, a Meinung hob’n, dahinter steh’n.
Niemols Gewolt, olles bered’n, ober a ka Ongst vor irgendwem.“
Diese Zeilen spiegeln genau jene Werte wider, die Franz Platzer während seines gesamten Wirkens gelebt hat: Verantwortung übernehmen, Überzeugungen vertreten, den Dialog suchen und Herausforderungen mit Mut und Entschlossenheit begegnen.



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