Kleine Hofübergabe im Leibnitzer Bauernbund

Auf der Leibnitzer Bezirkskonferenz des Steirischen Bauernbundes in der Fachschule Silberberg befassten sich deren Spitzenfunktionäre sowie auch solche von der Bauernkammer und viele Jungbauern mit der GAP-Reform und der Zukunft der Bauern, zu der der steirische Bauernkammerpräsident Franz Titschenbacher neueste Informationen einbrachte.



Für einen überraschenden Knalleffekt sorgte jedoch  Bezirksbauernkammerobmann Josef Kowald mit der Übergabe seiner Funktion als Bezirksbauernbundobmann an seinen Stellvertreter Gerald Holler. Dieser führt nun dieses Amt interimistisch bis zu seiner offiziellen Wahl durch den Bezirksvorstand. Holler (40) – auch stellvertretender  Bezirksbauernkammerobmann – betreibt einen Schweinezucht- und Mastbetrieb in Stocking und erklärte, von Kowald gut in die Aufgaben seiner neuen Funktion eingeführt worden zu sein. „Damit werde Holler früh in kommende Aufgaben eingebunden“, gab sich Kowald überzeugt.

Überaus penibel befasste sich Titschenbacher mit kommenden Bestimmungen der GAP-Reform und gab Einblick in die oft komplexen Förderbedingungen. Österreichweit umfasst das Förderpaket für die Jahre 2014 bis 2020 12,5 Milliarden Euro. In der Steiermark gab es bisher 270 Millionen jährlich; künftig werden es um zehn Millionen weniger sein. Förderverbesserungen können sich Bergbauern in besonders steilen Lagen, Biobauern und Jungübernehmer erwarten. Abstriche wird es für Betriebe in so genannten Gunstlagen geben. Titschenbacher sieht keinen Grund zur Resignation – es sei ein „vernünftiges Ergebnis“.

An kritischen Anfragen mangelte es nicht. So hieß es, Biobauern sollten nicht auf Kosten der konventionellen Landwirtschaft gefördert werden. Und provokant: „Wenn der Konsument Bioprodukte will, so soll er dafür zahlen!“ Angesprochen wurde auch die jüngst in die Diskussion geworfene Ammoniakverdampfung, die angeblich zu vermehrter Feinstaubbildung führe. Und: Warum werde nicht stärker betont, dass die Landwirtschaft ein starker Sauerstoffproduzent – etwa über die Maiskulturen – sei; das sei ein positiver  Akzent für die Bevölkerung. – Titschenbacher verwehrte sich gegen ein Ausspielen einzelner Gruppen von Bauern: „Es darf kein „Entweder-oder, sondern nur ein Sowohl-als-auch geben!“

Fotos und Text: Anton BARBIC