Wirtschaftsbund-Bezirksobmann Mag. Dr. Dietmar Schweiggl: Realität versus Sozialromantik

Führt man sich die aktuellen Nachrichten zu Gemüte, so springt einem immer wieder die Forderung nach einer 32-Stunden-Woche ins Auge – natürlich bei vollem Lohnausgleich. Doch was würde das für eine prosperierende Region wie die Südsteiermark bedeuten?

Fast 90.000 Menschen leben im Bezirk Leibnitz, über 6.000 Betriebe schaffen mit 20.000 MitarbeiterInnen Wertschöpfung in der Region. Aus den Gesprächen bei Betriebsbesuchen nehme ich mit, dass wir nicht nur mit einem Fachkräftemangel, sondern mit einem generellen Mangel an MitarbeiterInnen konfrontiert sind. Österreichweit sind derzeit sogar über 206.000 Stellen unbesetzt – um 61 % mehr als vor der Pandemie.

Dass sich das negativ auf die globale Wettbewerbsfähigkeit und somit langfristig auf unseren Wohlstand auswirkt, braucht man nicht gesondert zu erwähnen. Und dass sich eine Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohnausgleich wirtschaftlich nicht ausgehen kann, liegt ebenso auf der Hand.

Leistung und Einsatz müssen sich sowohl für Unternehmen als auch für Beschäftigte wieder lohnen, indem man die hohe Steuer- und Abgabenquote senkt, Steueranreize für zusätzliche Leistungsstunden schafft und das Arbeiten im pensionsfähigen Alter gänzlich von Steuern befreit. Denn was wir brauchen, sind attraktive Leistungsanreize für motivierte MitarbeiterInnen statt aggressiver Klassenkampf-Rhetorik!